Samstag, 15. Oktober 2016

Duell der Millionen

Haben Sie niemals einen Gegner wie diesen gesehen? Nein? Dann haben Sie niemals Geschäfte gemacht, wirkliche Geschäfte, wir verstehen uns, mit hohem Einsatz und hohem Risiko. Aber vielleicht ist so eine Erscheinung auch in diesen Breiten ein eher seltenes Gegenüber... Du wähnst es in einem der unteren Stockwerke, in denen man sich gegenseitig die Fresse poliert, um nach oben zu kommen, und es steht bereits in der Tür, du schimpfst es hässlich und es weicht aus, du verpasst ihm all diese schlimmen Bezeichnungen, die jeden Gentleman stolpern lassen, und es schlägt einen Haken, du vernichtest es und es finassiert, du schiltst es barbarisch und es spielt mit dir, du nennst es böse und es lullt dich in Sicherheit, du giftest und es gibt dir dieses törichte Überlegenheitsgefühl, um es im nächsten Moment zu zertrümmern, es weiß nichts, dessen bist du sicher, und es weiß alles.
Es hat deine Emails gelesen, die beiseitegeschafften zusammen mit denen, die du gerade zu schreiben beschlossen hast – wie kann das sein? Du grübelst, du weißt es nicht, du beschließt, dir nichts anmerken zu lassen, und beginnst, an seinem Auftritt herumzumäkeln: Haben wir uns schon mal gesehen? In welchem Etablissement bittschön? Haben wir uns vielleicht die Hände geschüttelt? Igitt. Lässt sich daraus etwas machen? Vielleicht eine sex story? Igitt. Wie wär’s mit einer sex story? Eine alte Aufnahme findet sich immer. Let’s go on. Das Gegenüber stutzt, die Wetten sortieren sich neu und für einen Augenblick sieht es so aus, als habest du ins Schwarze getroffen, aber es schüttelt sich nur und heraus fallen all diese Emails, eine um die andere, alle miteinander, eine um die andere, eine Staubwolke, die dich einhüllt, als habest du in deinem Leben nichts anderes getan als Emails zu schreiben – who’s that guy? Alien? Russian? Es stampft, es schnieft auf offener Bühne, es tanzt diesen Bärentanz, dessen Schritte so leicht zu durchschauen sind, es ist vor dir, es ist hinter dir, du musst all deine Festigkeit zusammennehmen und es ruft: Keine Festigkeit! Wirklich, deine Knie geben nach, du verspürst den Wunsch, dich anzulehnen. Und es springen alle hinzu: dein alter Chef, so jugendlich, so charmant, seine reizende Gattin, dein eigener Gatte, da steht er inmitten der Menge und applaudiert dir in aller Vorsicht, denn er weiß, er muss sich bedeckt halten. Gleich schleudert dein Gegenüber schwere Geschosse in seine Richtung, die Bärenkraft ist entfesselt und es sollte ein Leichtes sein, das Netz darüber zu werfen, das Netz, das am Ende alle einfängt, die der Auffassung huldigen, sie befänden sich in freier Wildbahn und stünden Mann gegen Mann. Wie kann einer so naiv sein? Aber dieser Gegner ist nicht naiv und wo er ein Geschäft wittert, geht er der Witterung nach. Kennt er deine Geschäfte? Deine Geschäftsmethoden? Deine Praktiken? Wie kann er sie kennen? Er muss sie nicht kennen, um sie zu kennen. Er kennt sie aber, jetzt sind sie in aller Munde, woher diese Wendung? So gutgläubig, um an die Heilige Inquisition zu glauben, bist du nicht. Näher liegt es da, die zweite Hemisphäre und ihre Geheimdienste zu bezichtigen, jene Welt, in der es niemals Tag wird und die Katzen grau zur Welt kommen, bereit, sich überall einzuschleichen, um Walhall eines Tages zu Fall zu bringen. Walhall … die Kraft der Götter kreist in dir. Nichts kommt ihr gleich, nichts kommt dir gleich. Und du rufst sie, beschwörend, die Schwestern in den Studios und vor den Bildschirmen in aller Welt: Walhall fällt, steht mir bei. Fällt es denn? Diese story sollen wir glauben? Wir kennen dein Gegenüber, wir kennen es gut, es ist Donald, ›The Donald‹, dessen Goldene Regel allen Comic-Lesern von Kindesbeinen an geläufig ist: The winner takes it all. Darum geht’s.  
That’s what it’s all about.

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